Chronik der Grün-Weissen Garde Osnabrück von 1955 e.V.

Die KG Grün-Weisse Garde wurde am 01.Juni 1955 imWaldschlößchen zu Osnabrück gegründet und ist seit diesem Jahr eingetragener Verein. Vier vorbereitende Sitzungen waren vorausgegangen, in denen Richtlinien für die Pflege karnevalistischer Sitten auch imsüdlichen Teil unserer Stadt erarbeitet worden waren.

Als Gründer weist die Chronik aus: Karl-heinz Röwekamp, Wilhelm Niemeyer, Horst Oswald, Johannes Witte, Egon Budde, Eduard Fetz und Heinz Beiter. Als geladene Gäste hatten sich u.a. eingefunden: Ferdinand Krausewitz, Vizepräsident des NKB und Präsident des Rheinländer Vereins, Heinz Poggemann, Präsident der großen karnevalsgesellschaft Accordium, sowie alle Präsidenten der damaligen Osnabrücker Karnevalsgesellschaften.

Nach der Eöffnungsrede durch karl-Heinz Röwekamp ergriff der Vizepräsident des Norddeutschen Karnevalsbundes das Wort und gab seiner Freude darüber Ausdruck, eine Schar junge Leute vor sich zu haben, die den Mut hätte, eine Karnevalsgesellschaft zu gründen. Er wies zugleich auf die Schwierigkeiten hin, die eine neue Gesellschaft zu überwinden habe. Dass diese gemeistert wurden, nun, davon zeugt unsere heutige Existenz.

Zum Präsidenten wählte die neue KG Karl-Heinz Röwekamp. Die erste Sitzung stieg bereits am 11.November 1955, und schon wurde die Gesellschaft publik, denn das Osnabrücker Tageblatt schrieb 3 Tage später: "Osnabrücks junge Grün-Weisse Gardisten entpuppten sich als wort- und sangesgewandte Kämpe des Faschings. Von Bütt und Bühne brachten sie gute Laune in den karnevalistisch geschmückten Saal. Jubel entfachte der Einzug des Elferrates im funkelnagelneuen Ornat.

In ihrem ersten präsidenten hatte die Gesellschaft einen agilen und tatkräftigen Mann gefunden, der immer etwas Neues brachte. Sow urde z.B. ein Wanderpreis für den besten Büttenredner ausgesetzt. Am 2.Februar 1957 wurde der Pokalwettbewerb erstmalig ausgetragen. Anlässlich dieses Ereignisses war der Präsident des Bundes Norddeutscher Karneval nach Osnabrück gekommen. Nach einem Empfang im Friedenssaal des Rathauses begann um 20:00h der Wettstreit. Der Nordeutsche Rundfunk Hannover nahm die Sitzung auf, ein Erfolg, der der KG erheblichen Auftrieb gab.

Im folgenden Jahr wurde die erste Tanzgruppe aufgestellt und ein Damenelferrat ins Leben gerufen. Der neu eingeführte Kinderkarneval entwickelte sich zu einer der bis heute beliebtesten und bekanntesten Veranstaltungen der Grün-Weissen Garde. Die Gesellschaft wurde Mitglied im Norddeutschen Karnevalsbund. Sie beteiligte sich an den Narrenkongressen in Hannover und Bremen-vegesack sowie an den Tagungen des NKB.

Als nach 6-jähriger Tätigkeit im Jahre 1961 Karl-heinz Röwekamp abtrat, übernahm Edmund Becker diesen Platz. unter seiner Führung wurden viele Kontakte und Freundschaften geschlossen, die unsere Gesellschaft vor allem auch im westfälischen Raum bekannt machten. Das ließ die Überlegung reifen, zum Bund Westfälischer Karnevals überzuwechseln, was nach langen und schwierigen Verhandlungen auch gelang. Erläuternd muss hierzu gesagt werden, dass 1. der westfälische Karneval in seiner urwüchsigen Form unserer heimischen Mentalität mehr entspricht, und 2. die Anreisewege zu den Tagungstätten im westfälischen Raum wesentlich kürzer fur uns sind. Am 1. Januar 1963 trat die Grün-Weisse Garde in den BWK ein, und schon im Jahre 1964 fand eine Arbeitstagung des BWK in Osnabrück statt, die mit einem Empfang im Rathaus durch Oberbürgermeister Kelch eröffnet wurde. Den Delegierten des BWK blieb dieses Treffen noch lange in Erinnerung, und seit dieser Zeit spricht man im BWK vom westfälischen und vom Karneval im Osnabrücker Land. Der neue BWK-Orden - geschaffen von Bruno Römer - trägt dieser tatsache Rechnung, denn er zeigt neben dem westfälischen Schimmel und den Stadtfarben von Münster auch das Osnabrücker Wappen. Von nun an nahm die Grün-Weisse Garde auch an den Hauptversammlungen des Bundes Deutscher Karneval teil - der BWK ist gleichzeitig Mitglied im BDK- und konnte dort Verbindungen knüpfen, die sich im Laufe der Jahre als sehr vorteilhaft erwiesen.

Bis 1967 - gleichfalls 6 Jahre - führte Edmund Becker die Gesellschaft, dann musste er leider aus gesundheitlichen Gründen vom Amt des Präsidenten zurücktreten. Einstimmig wählte die Generalversammlung Edmund Becker zu Ehrenpräsidenten.

Als sein Nachfolger wurde Egon Budde in das Amt des Präsidenten berufen. Unter seiner Führung wurden neue Überlegungen angestellt, und gute Vorschläge kamen zur Durchführung. Es entstand eine Prinzengarde, welche sich aus ehemaligen Prinzen zusammensetzt, die den Mitgliedern am 11.11.1970 in prachtvollen Uniformen vorgestellt werden konnte.

Seit 1972 werden Prominente Persönlichkeiten als Ehrensenatoren aufgenommen, was im Rahmen eines zünftigen Herrenabends geschieht. Doch Karnevalisten schlägt nicht nur ein karnevalistisches Herz, sie haben vor allem Herz. So erhielten Osnabrücker Waisenhäuser Spielzeug im Werte von 6000,-- DM, der Osnabrücker Zoo einen weißen Nandu - einen wertvollen südamerikanischen Straußenvogel- und im Altenheim am Schölerberg veranstaltet der Verein fast alljährlich einen bunten Abend, der den Bewohnern stets Freude und Frohsinn schenkte.

Zurück zur Geschichte der Gesellschaft! Von Jahr zu Jahr erfreut sich der Hofball, der aus der früheren Galasitzung entstand, gößerer Beliebtheit. In der Session 1972 / 73 wurde von userer KG erstmalig in Osnabrück ein Straßenkarneval im Fußgängerbereich der Großen Straße vorbereitet und durchgeführt, ein Ereignis, das in weiten Kreisen der Osnabrücker Bevölkerung und bei der Presse ein gutes Echo fand und vom Fernsehen gefilmt wurde. Diese Anregung wurde vom Bürgerausschuss Osnabrücker Karneval (BOK), in welchem alle Osnabrücker Gesellschaften zusammengeschlossen sind, aufgenommen und findet seit Jahren steigendes Interesse in der breiten Öffentlichkeit.

Am  12. Januar 1973 folgte der Elferrat ein einer Einladung in die Rheinmetropole zur Feier des 150-jährigen Bestehens des Festkomitees "Kölner Karneval". Als Jubiläumsgeschenk überreichte Präsident Egon Budde dem damligen Präsidenten des Festkomitees Kölner Karneval, Ferdi Leisten, einen Osnabrücker Teller. Freundschaftliche Verbindungen bestehen seit vielen Jahren zwischen der KG Roter Hahn Bad Iburg, der KG Böse Geister Münster der KG Kornblumenblau Menden sowie der niederländischen KG De Veldmuuskes Overdinkel und der KG Derkemer Grawler Bad Dürkheim.

Im Jahre 1977 wurde unser Vereinslokal die Schlossgartengaststätte abgerissen und unser neues Domizil die Stadthalle Osnabrück (heutige OsnabrückHalle) entstand. 1979 fand die erste öffentliche Wochenendveranstaltung, der Hofball der KG Grün-Weisse Garde, in der Stadthalle statt. Gerda und Wilhelm van Tongern wurden als vereinsprinzenpaar proklamiert.

Bis 1986 leitet Egon Budde die Geschicke der gesellschaft mit besonderem Erfolg. Nach seinem plötzlichen, unerwarteten Tod wurde 1987 durch die Generalversammlung Rudolf Mancal in das Amt des Präsidenten berufen.

1990 bis 1991: Durch kriegerische Auseinandersetzungen in der Irakkkrise wurden bundesweit sämtliche karnevalistischen Aktivitäten - auch bei der GWG - abgesagt. Unser Prinzenpaar hat dann in der nachfolgenden Session alles nachgeholt.

Selbst gewünscht und altersbeding gab der seit 1974 amtierende BOK-Präsident Hans-Wolfgang Kindervater seinen Abschied. Unser Vereinspräsident Rudolf Mancal wurde am 26.04.1994 durch die BOK-generalversammlung zum neuen BOK Präsidenten gewählt.

Im April 1997 stellte Rudolf Mancal sein Amt als Präsident der Grün-Weissen Garde zur Verfügung und wurde von der Generalversammlung zum Ehrenpräsidenten ernannt. Seine Nachfolge trat Hans-Hermann Schulte an.Der Hofball der Session 2000 / 2001 wurde von N3 Fernsehen aufgezeichnet, um zeitversetzt gesendet zu werden.2001 verstarb nach langer schwerer Krankheit rudolf Mancal, unser ehrenpräsident und noch amtierender BOK-Präsident.

In seiner 10-jährigen Tätigkeit als GWG-Präsident hat Hans-Hermann Schulte einige Highlights zu verzeichnen. Von der schon erwähnten Fernsehsitzung über das 50-jährige Gründungsjubiläum bis zum Aufbau einer Tanzgarde mit über 40 Mädchen.

2007 stellte Hans-Hermann Schulte sein Amt aus beruflichen Gründen zur Verfügung. Auf seinen Vorschlag hin wurde Manfred Lakberg einstimmig gewählt und führte nun die Geschicke der GWG.

2009 stellte Manfred Lakeberg sein Präsidentenamt zur Verfügung und Horst Wuttge-Meyer - Vizepräsidient - des BWK - wurde als Nachfolger einstimmig gewählt und übernahm somit die Präsidentschaft der GWG.

Aus gesundheitlichen Gründen musste Horst Wuttge-Meyer aber schon ein Jahr später im Jahre 2010 sein Amt als Präsident zur Verfügung stellen. In der Generalversammlung wurde Rene Herring zu seinem Nachfolger bestimmt.